Dienstag, 14. Juli 2026

Ukraine in die EU? Ende offen.

 Im Juni begannen EU-Beitrittsverhandlungen der Ukraine und Moldawiens. Die Anträge stellten sie 2022. Ein langwieriger Aufnahmeprozess soll die „EU-Kompatibilität“ von Beitrittskandidaten herstellen. Er kann Jahre und Jahrzehnte dauern. Nach jeder wichtigen Etappe bedarf der Fortgang der Zustimmung aller EU-Mitglieder. Orbans Veto hatte Kiews Beitrittsverhandlungen bisher blockiert. Sein Nachfolger Magyar rang Selenskyj ein Abkommen zur Sicherung von Rechten der ungarischen Minderheit ab. Im Gegenzug fiel Ungarns Veto. Der EU-Apparat jubelte. Den EU-Oberen, die im letzten Jahrzehnt ans Ruder kamen, kann die Osterweiterung nicht schnell genug gehen. Sie bangen um ihre „kontinentale“ Hegemonie.

Mittwoch, 17. Juni 2026

Mit Drohnenschwärmen die Oberhand gewinnen? Ohne Infanterie kann Kiew die Front nicht halten.

 „Erfolgreiche Drohnenangriffe hinter den Frontlinien und tiefer im Inneren Russlands geben Kiew Anlass zu Optimismus und verschieben das Kräfteverhältnis,“ schreibt der Rheinische Merkur am 6.6.2026. Mit dem Drohnenkrieg gewinne Kiew gegen Russland „wieder die Oberhand“. Seit Monaten ist dies das neue Narrativ im westlichen Informationskrieg. Mit den Drohnen habe Kiew einen Weg gefunden, um mit „Schlägen tief im russischen Hinterland“ Russlands Ölidustrie zu treffen, Logistik- und Versorgungsprobleme zu schaffen und Putin zu schwächen. Mit magischem Denken sehnt man sich nach dem „Maidan“ in Moskau. Um Unzufriedenheit und Panik zu schüren, greift Kiew auch zu Terrorangriffen gegen die Zivilbevölkerung.

Der Hype um den ukrainischen Drohnenkrieg gilt westlichen Medien als Signal, dass Kiew trotz reduzierter US-Hilfe den Krieg fortsetzen kann: „Ukraine dreht den Spieß um: Drohnen ersetzen US-Hilfe“, schreibt der Rheinische Merkur. Natürlich nicht ohne die helfende Hand EU-Europas! Massenproduktion von Drohnen ist in der Ukraine immer weniger möglich, da Russland die Kriegsproduktion systematisch zerstört. Drohnenhersteller für die Ukraine im industriellen Maßstab sind primär EU-Rüstungskonzerne. Der Drohnen-Hype soll auch den Völkern Westeuropas einbläuen, ihre Opfer für Aufrüstung und Ukrainekrieg besäßen einen Sinn.

China verbietet Einhaltung exterritorialer US-Sanktionen - Trump simuliert die Oberhoheit

 Am 1. Mai strömten Kubaner in Massen auf die Straßen. Mit ihrer Regierung demonstrierten sie den Willen, die Souveränität des Landes zu verteidigen. Am Tag danach verhängte Trump neue brutale Sanktionen gegen Kuba. Während sich nur noch wenige intakte Flugzeugträger im Golf von Oman über Wasser halten, prahlte Trump im US-TV vor johlendem Publikum: „Auf dem Rückweg vom Iran werden wir mit der USS Abraham Lincoln hundert Yards vor Kubas Küste aufkreuzen und sie werden sagen: ‚Danke. Wir ergeben uns!‘“

Monate vor den Zwischenwahlen 2026 hat Trumps Show Hochkonjunktur. Der Mix aus Aggressivität, Skrupellosigkeit und Zynismus, mit Attacken ohne Pause an vielen Orten soll Gegner erschrecken und Bewunderer mobilisieren. Die Show simuliert „Überlegenheit“, „Offensive“, eine „Führungsrolle“, Qualitäten, die die USA nicht mehr besitzen. Real hat die absteigende Hegemonialmacht längst nicht mehr „alle Karten in der Hand“, wie Trump zu sagen pflegt. Sie muss Kompromisse mit anderen „Playern“ suchen. Die Selbstüberschätzung der US-Eliten wird die Welt noch eine Weile in Angst und Schrecken halten. Den Niedergang der USA kann sie nur beschleunigen.

Sonntag, 12. April 2026

Ostexpansion oder gemeinsam gegen den Globalen Süden? NATO-Spannungen

Die US-Neocons unter Biden wähnten sich im „unipolaren Moment“. Überzeugt von der Allmacht der USA rüsteten sie mitsamt ihrer EU/NATO-Gefolgschaft ukrainische Banderisten auf, die Putin in die Knie zwingen sollten. Gegen ausbleibende Erfolge kannten sie nur ein Rezept: stetige Eskalation bis an den Rand des Atomkriegs. Trump versprach ein Ende des Ukrainekriegs, stieg aber nie ganz aus. Die gelieferten Waffen bezahlten fortan die „Europäer“. US-Neocons und europäische Transatlantiker kritisierten das als „Rückzug aus Europa“.

Die US-Sicherheitsstrategie 2025 ernennt die USA zur Ordnungsmacht der „westlichen Hemisphere“. Der Monroe-Doktrin von 1823 fügt sie, in Analogie zur Roosevelt Corollary 1904, die den Yankee-Imperialismus begründete, eine Trump Corollary 2025 hinzu. Die Interventionen und Aggressionen gegen Panama, Venezuela, Kuba, die Drohungen gegen Kanada und Grönland setzen sie praktisch um. Zu den Methoden gehört der Versuch, Teile ehemals revolutionärer Führungsschichten zu subordinationsbereiten Kompradorenbourgeoisien umzuformen, mit einem Zuckerbrot in der Hand und einer Pistole an der Schläfe.

Mittwoch, 18. März 2026

Trumps Kalkül ging nicht auf - Kein Regimechange im Iran durch schnellen "Enthauptungsschlag"

Vor den Zwischenwahlen 2026 verkauft Trump das Kidnapping Maduros und die Belagerung Kubas als spektakuläre Erfolge. Ein weiteres in den USA seit Jahrzehnten aufgebautes Feindbild ist das Regime des Iran. Die Aggression gegen den Iran sollte Trumps chauvinistische „Erfolgsserie“ fortschreiben. Alle „Feinde“, die er jagt, sind Exponenten von Ländern, die – trotz Sanktionen – ihre Souveränität gegen neokoloniale Ausbeutung und Bevormundung verteidigen. Rubio hatte bereits auf der Münchner Sicherheitskonferenz unter dem Beifall der „Europäer“ die reaktionäre Utopie einer Rekolonialisierung des Globalen Südens verkündet.

Dienstag, 10. März 2026

Die Epstein-Akten. Ein Blick auf Trumps Establishment-Freunde - Feine Gesellschaft

 Am 30. Januar 2026 gab das US-Justizministerium 3 Millionen der rund 6 Millionen aufbewahrten Epstein-Akten frei. Ein im November 2025 unter öffentlichem Druck beschlossenes Gesetz erzwang das. Die Akten umfassen Dokumente, Fotos, Videos und den Email-Verkehr der Sexualstraftäter Jeffrey Epstein und Ghislaine Maxwell sowie Unterlagen aus den Ermittlungen von Polizei und Justiz. Viele Passagen und Namen sind eingeschwärzt. Dennoch ist ein Blick möglich auf Netzwerke, Freundschaften und Kontakte unterschiedlicher Intensität, unter Milliardären, Financiers, Politikern, Stars, Angehörigen von Königshäusern, in der allerhöchsten High Society.

Montag, 19. Januar 2026

Hauptgefahr USA - Rückschlag in Venezuela

 Der US-Angriff auf Venezuela und Maduros Kidnapping lösen Abscheu und Wut aus. Nicht bei allen Staatsoberhäuptern und EU-Eliten. Einige leisten seit Jahren Beihilfe zum Regime Change in Venezuela – zuletzt mit dem Friedens-Nobel-Preis – und verbergen ihre Freude nur mühsam. Flugs basteln die Medien Narrative, um das offizielle Feindbild von EU und NATO zu bestärken. „Die Putinisierung der US-Außenpolitik ist in Venezuela angekommen“, titelt der britische „Guardian“. Frau Navidi meint auf NTV: Der Caracas-Angriff „war sicher mit Putin abgesprochen.“ (3.1.2025) Real gibt es keine Neuaufteilung der Welt durch rivalisierende Imperialismen wie vor 1914. Die „Weltunordnung“ geht heute vom absteigenden US-Imperialismus aus, der seine Macht mit Gewalt konsolidieren will.