Mittwoch, 5. August 2009

Vermögensquellen der deutschen Milliardäre

Wo wurde ihr Reichtum produziert und wo wird er immer aufs Neue reproduziert? Wer weiß schon, dass von den 122 deutschen Milliardären des Jahres 2008 mehr als zwei Drittel alleinige Eigentümer oder Großaktionäre von mindestens einem der 500 größten Konzerne der BRD in Handel und Gewerbe sind?
Einen Überblick über die Quellen des Reichtums verschafft die folgende Tabelle:
Vermögensquellen der deutschen Milliardäre

Montag, 2. März 2009

Debakel der Exportweltmeisterschaft

Der deutsche Neoliberalismus kämpft mit seinen Widersprüchen. Gegenkräfte für die Erzwingung eines Strategiewechsels der deutschen Bourgeoisie sind nicht in Sicht

Von Beate Landefeld

Die BRD-Politik versucht auf Biegen und Brechen, eine bestimmte Spur nicht zu verlassen, die Spur der »Stabilitätspolitik«. Ihr gilt die Bekämpfung der Inflation als wichtigste Aufgabe staatlicher Wirtschaftssteuerung. Sie kann als die für die Bundesrepublik typische Wirtschaftspolitik angesehen werden. Sie war fester Bestandteil der mehr liberalen als sozialen Marktwirtschaft Ludwig Erhards (siehe jW-Thema vom 17.12.2008) und gewann schon nach der Krise 1974/75 unter dem damaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) wieder die Oberhand. Nur nach der Rezession 1966/67 bis in die erste Hälfte der 70er Jahre gab es ein kurzes Zwischenspiel einer eher keynesianisch geprägten Wirtschaftpolitik, mit der dann folgenden »Reformära« unter Willy Brandt (SPD).
Die »Stabilitätspolitik« hat Preissteigerungen und Staatsverschuldung zu keiner Zeit verhindert. Unter dem Vorwand der Inflationsbekämpfung zielt sie auf Kostensenkung zu Lasten der arbeitenden Menschen, auf niedrige Löhne, niedrige Sozialausgaben und den »schlanken Staat«. Sie dient dazu, die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Konzerne auf dem Weltmarkt zu stärken und nimmt dafür die Verkümmerung des Binnenmarkts, hohe Arbeitslosigkeit sowie die Vernachlässigung und den Verfall gesellschaftlich nützlicher Bereiche der öffentlichen Infrastruktur in Kauf. Einen »schlanken Staat« brachte die »Stabilitätspolitik« nicht, wohl aber Umverteilung von unten nach oben, zugunsten von Profiten und Vermögenseinkommen.

Sonntag, 28. September 2008

Versehentlich im Handelsblatt

Das fand ich am 25.9.2008 in der Online-Ausgabe des Handelsblatts. Die Rede wurde natürlich nach kurzer Zeit gelöscht, doch vorher hatte ich sie kopiert! Hier ist sie:

Die TV-Ansprache von US-Präsident Bush im Wortlaut

US-Präsident George W. Bush hat in einer überraschend einberufenen Fernsehansprache vor dramatischen Konsequenzen in der schwelenden Finanzkrise gewarnt. Falls sich Kongress und Regierung nicht "so schnell wie möglich" auf das vorgeschlagene 700 Milliarden Dollar schwere Rettungspaket einigen könnten, drohe eine Rezession mit kaum absehbaren Folgen. Die Dokumentation seiner Rede im Original.
"Good evening. In the life of all imperialistic military empires, there come brief, fleeting moments that decide the direction of a multinational corporation masquerading as a democratic nation, and reveal the character of its blue-blooded aristocrats, conniving religious hucksters and corrupt, back-slapping robber barons. We have now been suspended in such a moment for over six calendar years.
We are tasked, those of us who vote, are intimidated into not voting, vote more than once at a time, or more importantly, have substantial stock holdings, to chose between triumphant, noble victory in Iraq or disastrous, humiliating defeat. Luckily, everything in life is just so black and white. Either you're for a peaceful Middle Eastern paradise fantasy conceived in an absurd bubble of historical revisionism and ignorance of human nature, or you're personally responsible for the bloody murder of all them Iraqazoids that will happen if Uncle Sam cuts and runs. And many will die, much the way hundreds of thousands of them have been dying since their liberation in 2003 from a dictator's deadly chokehold and into the deadly chokehold of a sham, democratically-elected, Shia-mob ruled government.

Freitag, 12. September 2008

Stellungskrieg gegen Sparkassen

Laut Wirtschaftspresse haben die deutschen Banken den Anschluss an die internationale Konsolidierung verpasst. Gemeint ist die Stärkung nationaler Monopolbanken, die nicht ohne Verankerung auf dem Heimatmarkt die nötige "kritische Masse" aufbringen können, um als "Global Players" zu taugen. Nur Branchenprimus Deutsche Bank hat dies im Segment des Investment-Bankings geschafft. Mit dem Zusammenschluss von Dresdner- und Commerzbank wird dagegen nur "ein kleiner Riese" entstehen, wie das Handelsblatt vom 26. 8. 2008 nüchtern meint. Ein Sündenbock für den Abstieg deutscher Großbanken im internationalen Ranking ist zur Hand: die Dominanz der öffentlichen und genossenschaftlichen Institute im deutschen Bankenmarkt, vor allem im Massengeschäft.
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Weitere Informationen In:
Privatisierung durch die Hintertür

Samstag, 23. August 2008

Kölner Stadt-Anzeiger mit bemerkenswertem Beitrag des früheren Chef-Strategen der Bundeswehr:

Kölner Stadt-Anzeiger Gastbeitrag

Die Nato braucht Russland

Von Ulrich Weisser, 22.08.08, 23:05h

Die vom georgischen Präsidenten initiierte Krise im Kaukasus und die russische Überreaktion ist kein regionales Problem mehr. Die Krise hat sich verselbständigt. Die Nato steuert auf eine Konfrontation mit Russland zu, deren Gefahren in keinem Verhältnis zu den Problemen Georgiens stehen.
Die Scharfmacher in der Nato, allen voran die USA, haben durchgesetzt, dass es vorerst keine Sitzungen des Nato-Russlandrates mehr gibt - eine Maßnahme, die Russland nicht einmal verlangt hat, als Amerika den völkerrechtswidrigen Krieg gegen den Irak begonnen hat.

Dienstag, 13. Mai 2008

Robert Hue, Communisme un nouveau projet

Rezension von Helmut Dunkhase

Robert Hue, Communisme un nouveau projet, Edition Stock,
Paris 1999, 400 S., ISBN 2-234-05038-3, 120 FF
Um es vorweg zu sagen: auf die Beantwortung der Frage, was denn nun der Kommunismus sei, wartet man vergebens. Es ergeht einem hier wie in einem Fellini-Film: Wenn man meint, nun geht's endlich richtig los, ist er zu Ende. Am nächsten dran an einer Begriffsbestimmung ist der Autor, Nationalsekretär der Kommunistischen Partei Frankreichs (PCF), vielleicht in folgender Passage: " ... wenn die Bewegung sich nicht nur auf den Kampf gegen die Ungleichheiten, sondern auf ihre Aufhebung richtet, muss man die Pforten des Unternehmens überschreiten um sich nicht nur der Neuaufteilung der Reichtümer, sondern auch den Bedingungen, unter denen sie produziert werden (und den Mechanismen, die dem Kapital erlauben, den größten Teil davon zu akkumulieren), zuwenden."(145)

Freitag, 5. Oktober 2007

Wem gehört die EU? HJ Krysmanski bei der MASCH in Essen

Power Structure Research (= Machtstrukturforschung) nennt sich eine in der Bundesrepublik noch weitgehend unbekannte, in den USA schon länger existierende Forschungsrichtung, deren bekanntester Vertreter der frühere Direktor des Soziologischen Instituts der Universität Münster, Hans Jürgen Krysmanski, ist. Früher Mitglied im Präsidium des Weltfriedensrats, ist Krysmanski heute im Beirat von Attac immer noch auf der Seite "derer da unten" engagiert, wie unlängst auf dem Alternativgipfel in Heiligendamm.
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mehr Informationen: Wem gehört die EU?